Bürgermeister verabschiedet jetzt auch offiziell sieben Gemeinderäte

Eintrag vom 19.07.2021

Nach den Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 fiel das Stühlerücken im Gemeinderat recht umfangreich aus: Sieben von insgesamt 16 Ratsmitgliedern schieden damals aus. Seinerzeit verhinderte die Corona-Pandemie die angemessene Verabschiedung der sieben Ratsmitglieder, die es, wenn man die Jahre der Zugehörigkeit zum Gremium aufaddiert, immerhin auf insgesamt 114 Ratsjahren brachten. Mit ihnen gehen naturgemäß viel Wissen und große Erfahrung verloren
Bürgermeister Günter Schuster meinte seinerzeit: „Selbstverständlich werden wir euch noch in einem würdigen Rahmen, gemeinsam mit Euren Partnerinnen, verabschieden – und ich hoffe, dass das bald möglich sein wird, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“ Was er damals nicht vorhersehen konnte: Aus dem „Bald“ wurden coronabedingt 15 Monate. Doch er hielt Wort.
Am vergangenen Freitagabend begrüßte er im Landgasthof „Räucherhansl“ die ehemaligen Kollegen mit ihren Partnerinnen: „Wir haben heute eingeladen, weil wir Danke sagen wollen bei sieben Persönlichkeiten, die vieles für die Gemeinde Loiching getan und viel bewegt haben, die sich viele Jahre in den Dienst der Allgemeinheit gestellt haben. Zur Verabschiedung gekommen waren auch die beiden stellvertretenden Bürgermeister Norbert Strebl und Gerda Schaffer, der geschäftsleitende Beamte Christof Wittmann und die Gemeinderatsmitglieder, die zumindest in den beiden Wahlperioden seit 2008 kommunalpolitische Verantwortung getragen hatten. Dr. Stefan Huber hatte sich entschuldigen lassen.
An den Anfang seiner kleinen Laudatio stellte Schuster einen Rückblick auf die Entwicklung der Heimatgemeinde in den Jahren seit 2008. Er erinnerte an den Breitbandausbau („Wir waren niederbayernweit die zweite Gemeinde, die damals 2009 einen Förderantrag gestellt hat.“) wie auch die verschiedenen Maßnahmen zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur. Er sprach die Verbesserung des Hochwasserschutzes genauso an wie die Schaffung neuer Baugebiete. Dazu erinnerte er an kommunale Hoch- und Tiefbaumaßnahmen, wie etwa den Radwegebau oder den Umbau der alten Schule in Wendelskirchen in eine Einrichtung zur Tagespflege. „Und nicht zuletzt investieren wir gerne in unseren Kindergarten und in unsere Schule.“
Weiter meinte Schuster: „Wir haben in den letzten zwölf Jahren über 30 Millionen Euro in die verschiedensten Maßnahmen in der Gemeinde investiert und trotzdem sind wir seit Ende 2012 schuldenfrei. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat war sehr gut und es herrschte ein gutes Klima. Manchmal wurde zwar hart diskutiert, aber es ging immer um die Sache. Eure Leistungsbilanz ist sehr gut, Ihr habt eure Spuren hinterlassen und könnt auf eine erfolgreiche, zukunftsorientierte und solide Gemeinderatsarbeit zurückblicken. Ich denke, wir können alle stolz auf das sein, was in den letzten zwölf Jahren und auch in den Jahren davor in der Gemeinde gemeinsam geschaffen wurde.“
Von den sieben Ratsmitgliedern waren zwei an einer Wiederwahl knapp gescheitert, fünf weitere hatten auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Aus der Fraktion der CSU schieden die Ratsmitglieder Peter Brunner, Ludwig Frischmann und Dr. Stefan Huber aus. Brunner gehörte dem Gemeinderat über zwölf Jahre hinweg als Mitglied im Bau- und im Festausschuss an. Ludwig Frischmann, ebenfalls seit 2008 im Gemeinderat, war Vorsitzender des kommunalen Rechnungsprüfungsausschusses, dazu Schulverbandsrat und Mitglied im Personal- und Finanzausschuss. Dr. Stefan Huber schließlich war in den sechs Jahren seiner Ratszugehörigkeit Verbandsrat im Zweckverband zur Wasserversorgung Isar/Vils und Jugendbeauftragter. Für die Gruppierung SPD/Freie Wähler war Ernst Bubenhofer im Jahre 2014 in den Gemeinderat gewählt worden. Hier gehörte er dem Bauausschuss, dem Energie- und Umweltausschuss und dem Festausschuss an. Die übrigen drei ausgeschiedenen Mitglieder saßen für die FWG im Gremium. Ludwig Czapka vertrat in seiner zwölfjährigen Zugehörigkeit Gemeindeinteressen als Verbandsrat beim Zweckverband zur Wasserversorgung Isar/Vils und als Delegierter bei der VHS Dingolfing. Daneben gehörte er zuletzt dem Rechnungsprüfungsausschuss an und fungierte als Schulverbandsrat. Angesichts der 36 Jahre, die Otto Nirschl dem Gemeinderat angehörte, attestierte Schuster eine „großartige Leistung“. Er war seit 1984 kommunalpolitisch aktiv. In einzelnen Wahlperioden war er Mitglied in allen kommunalen Ausschüssen, beispielsweise dem Personal-, Bau-, Finanz-, Umwelt- und Rechnungsprüfungsausschuss. Überdies fungierte er eine Wahlperiode lang als zweiter Bürgermeister. Eine Wahlperiode weniger, nämlich seit 1990, war Ludwig Wimmer im Ratsgremium vertreten. Hier war er Dauermitglied im Bau- und im Umweltausschuss. Ludwig Wimmer war es auch, der dem neu gewählten Bürgermeister Günter Schuster im Jahre 2008 den Diensteid nach dem Kommunal-Wahlbeamten-Gesetz abgenommen hatte.
Für die ausgeschiedenen Räte gab es eine Dankurkunde und einen bayerischen Löwen mit dem Wappen der Gemeinde; den Dank an die Partnerinnen entrichtete der Bürgermeister in Form von Blumengebinden. Otto Nirschl, der mit sechs Wahlperioden dienstälteste der ausgeschiedenen Räte und über eine Wahlperiode hinweg zweiter Bürgermeister, sprach in einem sehr persönlich gehaltenen Schlusswort von „einer schönen, einer lehrreichen Zeit“. Seine impulsive Art sei bisweilen vielleicht als verletzend empfunden worden. Entschuldigend betonte er, dies sei nie persönlich gemeint gewesen; ihm sei es immer um die Sache an sich gegangen. Bei einem gemeinsamen Essen fand man genug Gelegenheit, vergangene und aktuelle kommunalpolitische Themen zu diskutieren.

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